NGO-Aktion aus Hamburg
Wieder ein Beispiel aus der Serie "NGO und Guerilla". Diesmal aus Hamburg von der Agentur Philipp und Keuntje. Diese hat für das "Cafee mit Herz" , einer Aufwärmstation für Obdachlose folgende Guerilla Aktion konzeptioniert:
Die Aktion soll auf die Folgen des kalten Winters hinweisen: Keine Auswirkungen der Klimaerwärmung, Verkehrsunfälle mit Blechschäden oder spiegelglatte Straßen sondern erfrierende Obdachlose. In Deutschland.
Die Hintergründe:
Die Ordnungshüter in Berlin, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig und München waren not amused: Vergangene Woche wurden dort über Nacht einige Tausend Straßenschilder überklebt. Plötzlich markierten zahlreiche Kreuzungen den Beginn des legendären Sunset Boulevards, Inbegriff für Hollywood, Sonne, Stars und Glamour. Die Aktion fand in der Tagespresse reichlich Echo und verschaffte dem Initiator BMW entsprechend Publicity. Damit haben es der Automobilbauer und seine Agentur TBWA auf ungewöhnliche Weise geschafft, die Öffentlichkeit auf das BMW 1er Cabrio aufmerksam zu machen und den einen oder anderen auf eine Traumreise in den Süden zu entführen. Dafür nimmt man ein Bußgeld doch gerne in Kauf.
Was ich persönlich an dieser Aktion gut finde? Das mal endlich wieder eine Agentur und ein Unternehmen "den Arsch in der Hose hat" und auch mal ein Bußgeld in Kauf nimmt. Ich finde gelungene Aktion.
Guerilla Aktion im Passbildautomat
Ein Shampoohersteller, der ein besonderes Shampoo gegen Schuppen vertreibt, hat Personen in Passbldautomaten von oben photographieren lassen. Diese erhielten vor den eigendlichen Photos ein Photo mit Werbespruch, welches von oben aufgenommen wurde.
Guerilla Aktion gegen Landminen aus Irland
Am 01.04.2007 hat der irische Künstler Will St. Leger in verschiedene Parks in Dublin "Landminenattrappen" verteilt. Mit dieser Aktion wollte der Künstler die Gefahren von Landminen nach Europa bringen.
Michael Jacksons Thriller Album
Michael jackson bewirbt das neue, alte Thriller Album ganz mit Guerilla Marketing. Guerilla Stunt in New York und London.
Neue Serie: Neue Ambientwerbeträger?, Teil II
Vielleicht gibt es in Deutschland schon einen Ambientanbieter, der Aufzüge im Angebot hat. In den letzten Wochen bin ich auf die verschiedensten Ambientaktionen in und auf Aufzügen aufmerksam geworden:
Was ist für mich genau ein Ambientwerbeträger? Um einen Ambientwerbeträger von einer
Guerillaaktion abzugrenzen, sollte diese wiederholbar, d.h. buchbar sein. Eine Guerilla Aktion
ist im Vergleich nur einmaldurchführbar.
Ob Aufzüge schon ein Ambientwerbeträger darstellen? In gewisser Weise können sie wiederholbar gebucht werden, d.h. der Werbeträger ist "standardisierbar". In Deutschland ist die Zahl von buchbaren Aufzügen, die eine gewisse Reichweite aufweisen, sicherlich jedoch relativ begrenzt.
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Neue Serie: Neue Ambientwerbeträger?
In den kommenden Wochen möchte ich eine kleine Serie zu möglichen neuen Ambientwerbeträgern starten. Anfangen möchte ich mit Gläsern und Tassen in Restaurants.
In den vergangenen Wochen sind mir wiederholt Aktionen von NGOs aufgefallen, die auf den Einsatz von Gläsern als Werbeflächen setzen. Hierbei veränderten sich die Glasaufdrucke je nach Temperatur oder Höhe des flüssigen Inhalts.
Die erste Kampagne stammt aus China. Das Kind verändert seine Größe je nach Höhe des Wassers im Glas. Diese Kampagne sollte auf die Folgen von Wasserknappheit hinweisen.
WWF hat hingegen eine Kampagne gegen die Klimaerwärmung mit wärmeempfindlichen Tassen kombiniert. Je nach Temperatur den Tassensinhalts konnte man auf der Tasse unterschiedliche Formen der Erde sehen.
Ob Tassen und Gläser zu einem Ambientwerbeträger werden, hängt u.a. davon ab ob es genügend Werbekunden gibt, die an einem solchen buchbaren Werbeträger interessiert sind.
sarkastisches Guerilla Hacking aus London
Folgende Aktion entspricht nun einer wirklichen Guerilla Aktion:
Scheinbar konnte man in London beim Drücken des Warteknopfes auf Fußgängerampeln über aktuelle politische Themen abstimmen. Alternativ schien auch der eigene Fingerabdruck beim Drücken des Knopfes abgelesen zu werden.
Wie man sieht, ist eine solche Wahl jedoch eine Wahl oder Wahl. Die Aktion wurde scheinbar auch von einer staatlichen Behörde durchgeführt, was sich jedoch als Fälschung erwies. Mit dieser "Wolf im Schafspelzstrategie" haben die Organisatoren vermutlich austesten wollen, was man als Bürger alles noch so im Namen des Terrorschutzes akzeptieren würde.
Guerilla Stunt eines NGO kopiert Nike
Vielleicht ist dem ein oder anderen Leser noch der äußerst erfolgreiche Guerilla Stunt von NIke zur Weltmeisterschaft 2006 in Erinnerung. Nike hat in Malaysia zwei Automaten mit Fußbällen bestückt und so ein großes Medienecho ausgelöst.
Der südafrikanische NGO "Gun Control Alliance" hat diese Idee aufgegriffen und m.E. perfektioniert. In Shopping Malls und auf Universitäten wurden umgebaute Automaten aufgestellt, an denen man scheinbar Schußwaffen kaufen konnte. Dies war natürtlich nicht möglich. Vielmehr konnte man unter dem Münzeinwurf den Hinweis lesen: " Ihre Spende geht an die Gun Control Alliance für ein schußwaffenfreies Südafrika".
Guerillataktik gegen Wowereit
Manchmal müssen Guerillas zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, egal ob Out-Of-Home oder im Internet. Gelungene Guerilla Marketing Aktion wie ich finde.
Befürworter des Berliner Flughafens Tempelhof haben auf dem offiziellen Internetportal des Landes Berlin für eine Offenhaltung des Airports geworben. Das Banner sei bei berlin.de gebucht und auch bezahlt worden, sagte der Kampagnenleiter der Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof (ICAT), Matthias Wambach. Er sprach von einem gelungenen Coup. Wenn die Betreiber der Seite das gestatten, "dann sei das deren Pech".
Kampagnen gegen betrunkene Autofahrer, Teil III
Hier folgt eine kleine Übersicht von Placements in Kneipen und Bars von Kampagnen gegen betrunkene Autofahrer. Mich überzeugt keine dieser Aktionen, da mich hier der Biss fehlt.
Andere Kampagnen werben explizit mit den gesundheitlichen oder strafrechtlichen Konsequenzen betrunkener Autofahrer. Diese Kampagnen verfehlen hier für mich ein entsprechendes Kommunikationsziel.
Diese Kampagne stammt aus Tschechien von der Agentur EURORSCG Prague und wurde im November 2007 in Prager Kneipen und Bars eingesetzt.
Kampagnen gegen betrunkene Autofahrer, Teil II
Viele Kampagnen gegen betrunkene Autofahrer nutzen Toiletten in Bars und Clubs als Werbeumfeld. Dies ist verständlich, da angetrunkene Autofahrer hier kurz vor einer möglichen Autofahrt erreicht werden können. Übrigens haben mir unterschiedliche Agenturen bestätigt, dass sie Kampagnen gegen betrunkene Autofahrer zu ca. 2/3 in Herrentoiletten platzieren.
So auch diese:
Die Tür dieser Toiletten wurde als Gefägnistür umgestaltet um auf die juristsichen Konsequenzen für betrunkene Autofahrer hinzuweisen.
Im Januar habe ich auf diese Blog schon einmal auf eine südafrikanische Kampagne gegen betrunkene Autofahrer hingewiesen, die ebenfalls Toiletten als Werbeumfeld genutzt hat. Hier noch einmal die Impressionen der Kampagne, um das Werbeumfeld "Toiletten" hiermit abzuschließen:
Ambientkampagne in Pizzaschachteln
Folgende Ambientkampagne aus Mexiko bewirbt einen lokalen Schädlingsbekämpfer. Auf dem Boden der Pizzaschachtel wurden Kakerlaken abgebildet, sodass der Pizzakunde unter seiner Pizza einen Hinweis für den lokalen Schädlingskämpfer finden konnte. Solch eine Kampagne bedarf experimentierfreudige Pizzadienste, welche solche Pizzaschachteln einsetzen.
In dieser Woche will ich verschiedene Guerilla Kampagne vorstellen, die sich gegen betrunkene oder angetrunkende Autofahrer wenden. Diese Übersicht habe ich im Rahmen eines Kundenprojektes erstellt und war überrascht wie sehr sich teilweise die Kampagnen gleichen.
Die erste Kampagne stammt aus Südafrika. Hier wurden Toiletten in Bars als Werbeumfeld genutzt. Hierbei wurden Toiletten zu Rollstühlen umgebaut um auf die Folgen betrunkener Autofahrer hinzuweisen. Eine drastische Bildsprache, aber 46% aller Toten und Verletzte im Straßenverkehr sind das Opfer von betrunkenen Autofahrern zwischen 18 und 30.
Ogilvy ließ für VW an den Flughäfen Kapstadt und Johhanesburg folgenden Guerilla Stunt durchführen. Eine schöne Idee die Größe des beworbenen Automobils zu verdeutlichen.
Quelle: www.webmaniacos.com
Folgende Aktion stammt aus Rumänien. Um die Bevölkerung zur Nutzung der Notrufangebote zu animieren, nutze man öffentliche Telefonzellen als Werbefläche:
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Im ersten Monat der Kampagne stieg die Zahl der Notrufe im Vergleich zum Vormonat um 100%.
kommt das Buch einfach zum Leser! Viele Bücherein leiden unter Finanznöten und einer geringen Aufmerksamkeit. Eine amerikanische Bücherei aus Greenville hat mit einer Reihe von Guerilla Aktionen versucht beide Probleme zu lösen:
In verschiedenen Orten wurden Bücher platziert, die mit einem Spendenaufruf versehen waren. Es wurde gebeten alte, brauchbare Bücher zu spenden, damit diese im Rahmen eines Buchverkaufs verkauft werden können oder direkt in den Bestand der Bücherei wechseln können.
Diese Aktion ist m.E. ein sehr gutes Beispiel wie NGOs Guerilla Stunts mit Fundraisingaktionen verknüpfen können. Hier werden Bücher wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt und gleichzeitig um Spenden geworben ohne Adressaten zu belästigen.
Eine Musikschule in Kalkutta stand vor dert Problematik Kinder und Jugendliche für klassische Musik zu begeistern. Anstatt gängiger Broschüren, Zeitungsanzeigen oder Radiowerbung entschied sich die Musikschule für eine Guerilla Aktion. In zwei Straßen wurde eine Installation aus überdimensionalen Musiknoten und Lautsprechern, die klassische Musik abspielten, installiert.
Dieser Guerilla Stunt stammt aus Peru von dem Pizzaservice Papa John`s. Vor Türspione wurden Aufkleber geklebt, die optisch den Eindruck erwecken ein Pizzabote stände vor der Tür. Einfach, aber schön.
Ab heute radelt das erste Union-Bike durch Berlin, das von dem bekannten Berliner Traditionsverein gebucht wurde, um auf die nächsten Heimspiele aufmerksam zu machen.
Der 1. FC Union Berlin, derzeitiger Tabellenführer der Regionalliga Nord, wird vor allem in den Bezirken Berlin-Mitte, Prenzlauer Berg und natürlich auch in ihrem Heimatgebiet Köpenick das Bike zum Einsatz bringen.
Die norwegische Sektion von Unicef hat die Böden von Kühltruhen in Supermärkten als Werbeflächen entdeckt. Wenn eine Sorte von Tiefkühlpizzen ausverkauft ist und somit der Boden der Kühltruhe zu sehen ist, kann man folgende Werbefläche sehen: