Guerilla Marketing Seminar im Oktober 2009 in Köln
Wir veranstalten dieses Jahr noch ein weiteres Guerilla Marketing Intensiv Seminar am 30.-31. Oktober 2009 im Hotel Hopper in Köln. Die Teilnehmerzahl ist auf nur 8 Teilnehmer begrenzt.
Seminar-Kurzbriefing
Sie erfahren von zwei der bekanntesten Guerilla Marketing-Experten alles, was Sie zum Thema Guerilla Marketing wissen müssen. Anhand von vielen Praxis-Beispielen werden Sie auf den neuesten Stand des alternativen Marketings gebracht und wissen fortan Bescheid über Guerilla Marketing, Ambient Medien, Ambush Marketing oder Virales Marketing und wie Sie es für Ihre eigenen unternehmerischen Zwecke einsetzen können. Und damit Sie vor unliebsamen juristischen Folgen schlecht geplanter Aktionen geschützt werden, informiert Sie in einem Gastvortrag ein Rechtsanwalt, über das, was aus rechtlicher Sicht für die Planung einer Guerilla Marketing-Aktion zu beachten ist.
Stimmen zum letzten Seminar im Juli 2009
"Das Seminar Guerilla-Marketing war für mich so, wie Guerilla-Marketing sein soll:
originell, überraschend, ansteckend. Ich habe viel gelernt und empfehle es gerne weiter!"
Britt Salewski, Deutscher Ärzte-Verlag GmbH
"Das Seminar bietet kurz und knackig das Wichtigste zum Thema Guerilla Marketing mit seinen verschiedenen Ausprägungen und bietet mit den vielen Praxisbeispielen eine tolle Veranschaulichung des Themas."
Karoline Zühlke, Ludwig Görtz GmbH
Wahlk(r)ampf-Werbung?
Was lernt die Politik von Horst Schlämmer – oder andersrum? Ein Kabarettist zieht mit einer Kunstfigur in den Wahlkampf und benutzt dabei die gleichen Instrumente, die uns momentan auf den Straßen, im Briefkasten oder an anderen Orten, wo wir sie ebenfalls nicht sehen wollen begegnen. Seine Intention ist leicht zu erkennen: Horst Schlämmer will seine Wähler, pardon, Fans unterhalten, indem er die sich beständig wiederholenden Wahlpraktiken in seiner Real-Satire auf´s Korn nimmt. Er muss sie noch nicht mal überzeichnen, sondern sie einfach nur so verwenden, wie Politiker sie verwenden. An dieser Stelle darf gelacht werden. Allerdings macht es die Politik unserem Kabarettisten auch sehr einfach, denn unermüdlich legt sie ihm neues Material zur zwerchfellattackierenden Verwertung vor. Jetzt bitte nicht mehr lachen.
Dabei müssen wir uns noch nicht mal lange über den Straßenlaternen-Schmuck unterhalten. Sie wissen schon, diese Fotos auf Karton, für die mancher Kandidat monatelang auf Wurst und Fleisch verzichtete, um scheinbar den nicht schnell genug wegguckenden Passanten mit einem entkräfteten Lächeln genau um dieses anzubetteln. Diese schmücken in vorgeschriebener Höhe (ansonsten müssen sie – die Plakate wohlgemerkt – höher gehängt werden, denn sie – wir sind immer noch bei den Plakaten – dürfen auf keinen Fall die Sicht im Straßenverkehr behindern) vormals triste Laternen, die sich nun über ihre neue Aufgabe als Wahlhelfer freuen. Diese Plakate drehen sich fröhlich im politischen Wind, hingegen ihre großen Brüder, die überdimensionierten Plakatwände, fest verankert in Ackerböden dem gelangweilten Desinteresse der Vorbeifahrenden trotzen. Und dabei werden doch gerade hier, auf geradezu anarchische Weise Aufmerksamkeitsbarrieren angegriffen.
Da präsentiert sich eine Bürgermeisterkandidatin den verblüfften Grevenbroichern zusammen mit – Sie ahnen es schon – Horst Schlämmer auf einem Plakat und stellt damit schon mal die Weichen für eine zukünftige politische Zusammenarbeit. Verblüfft war übrigens auch Hape Kerkeling, der über diese Aktion vorab weder informiert noch gefragt wurde. Diese schon guerillamarketing-anmutende Vorgehensweise wirft natürlich Fragen auf: 1. Möchte die Kandidatin, genau wie Schlämmer alias Kerkeling die politikverdrossen-machende Wahlwerbung karikieren und sich damit für die Kabarettbühnen dieser Welt empfehlen? Oder ist sie gar ebenfalls eine Kunstfigur, sozusagen der weibliche Schlämmer, nicht für Arme, sondern für eher für arme Kommunen? Angesichts des völligen Fehlens einer Wahlaussage scheint beides möglich. Und beides dürfte den Wählern auch irgendwie egal sein, oder?
Apropos Wahlaussage. „Wir haben mehr zu bieten“, geht da schon eher in die richtige Richtung. Und wem dies zu nichts sagend ist, kann auf die visuelle Unterstützung der übrigen Plakatfläche zählen. Dort präsentieren sich, optisch konkurrierend, die angesprochenen Vorzüge zweier Damen der…äh…Frauen-Union, glaube ich, die stolz ihr Designer-Abendkleid zeigen und ganz besonders die Stelle, wo der Schneider ein Loch gelassen hat. Na bitte, geht doch. „Sex sells“ funktioniert bereits seit langem in der klassischen Werbung. Und eigentlich ist Wahlkampf nichts anderes. Meint zumindest der Geschäftsführer der Wahlkampf-Werbung-Agentur der Grünen: „Für Limonade zu werben ist nichts anderes als Wahlkampf“, sagte er kürzlich in einem Interview. Und liefert den passenden Wahlslogan gleich hinterher. Nein, nicht „Wähle Grün. Lebe bunter.“, sondern „Aus der Krise hilft nur Grün“. Das wiederum könnte auch zu einer grünen Brause passen, denn mittlerweile sind wir ja alle ein bisschen Bluna.
Ansonsten freut sich der Wähler über Flugblätter, die einen Info-Stand am kommenden Samstag androhen und das auch noch genau dort, wo er eigentlich einkaufen wollte. Ebenso beliebt sind Veranstaltungen mit dem (wahlweise) kultur- oder sozialpolitischen Experten der Partei, bei denen im Anschluss gerne noch Fragen gestellt werden dürfen. Und wer nicht genau weiß, welche Wahlen gerade anstehen, erfährt das spätestens bei Fussballspielen. Bei Kommunalwahlen besuchen die Spitzen des Ortsverbandes plötzlich die Spiele des Ortsvereins. Bei Landtagswahlen ordnen sich die Kandidaten gerne dem nächstgelegenen Bundesligisten zu. Und wenn es um die politische Championsleague, den Bundestag geht, muss auch mal eine Fussballweltmeisterschaft als Wahlkampfforum herhalten. FC Deutschland lässt grüßen. Trotz allem verspricht Horst Schlämmer „Isch kandidiere“. Und macht weiter genau das, was die Politiker auch machen. Oder ist es andersrum? Wer jetzt eigentlich wem den Spiegel vorhält, ist gar nicht mehr klar. Der Wahlkampf hat sich von Inhalten gelöst, doch langfristig werden leere Marketing-Hülsen, sinnentleerte Wahlwerbung, die nicht mit realer Politik korrespondieren, scheitern. Und weil die Hoffnung bekanntlich vormals im Fußball, jetzt auch in der Politik zuletzt stirbt, hoffe ich einfach weiter, dass irgendwann mal wieder Substanz in das politische Marketing einziehen darf. Bis dahin kann ich Ihnen eins versprechen: Wenn diese inhaltsleeren, pseudo-unterhaltenden oder auch einfach nur langweilenden Wahlkrämpfe vorbei sind, mach´ ich drei Kreuzchen. Ich hoffe nur, an der richtigen Stelle. Und erst dann wird wieder alles gut.
Selbsthilfegruppe für Social-Media-Süchtige
Sony hat eine Selbsthilfegruppe für Social-Media-Süchtige gegründet. Ein unbekannter Filmer war hinter den Kulissen dabei und konnte folgende Aufnahmen machen.
Matratzen Domino Weltrekord
Endlich! Domino-Day bekommt einen ernst zu nehmenden Konkurrenten. Matratzen Domino, eine Idee von BensonfordBeds. Ich finde mutiges und gutes Marketing.