Amnesty mit Guerilla Aktion gegen Todesstrafe
28.02.2008 |
Erstellt von: Thorsten Schulte |
Mit verbundenen Augen, eine Galgenschlinge in der Hand, stehen die Mitglieder von Amnesty International auf dem Opernplatz. Was für sie nur eine nachgestellte Szene ist, ist für viele Menschen auf der Welt tödlicher Ernst. "Jeden Tag werden auf der Welt 20 Verurteilte hingerichtet", erzählt Amnesty International-Bezirkssprecherin Monika Wittkowsky. Allein in China würden nach Schätzungen jährlich mehrere tausend Todesurteile vollstreckt.
(leider liegt uns kein besseres Foto vor, wenn jemand eins hat, her damit)
Mit der Aktion eröffnete Die Organisation am Montag eine Kampagne gegen die Todesstrafe. Ein Informationsstand an der Alten Oper informiert über das Schicksal von Menschen, die ohne faires Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt wurden. Bis Freitag sammelt die Menschenrechtsorganisation dort täglich von 10 bis 15 Uhr Unterschriften gegen die Vollstreckung bereits ausgesprochener Todesurteile. Prominente Unterstützer der Aktion sind unter anderem Frankfurts Bürgermeisterin Jutta Ebeling und der ehemalige hessische Justizminister Rupert von Plottnitz, die als Erste die Petitionen unterzeichneten.
Die Fälle kommen unter anderem aus dem Iran, wo die meisten Hinrichtungen von Minderjährigen stattfinden, und aus Weißrussland, das als letztes europäisches Land die Todesstrafe noch nicht abgeschafft hat. Aber auch die USA hat Amnesty International im Visier: "Rund zehn Prozent der dort Hingerichteten sind unschuldig", sagt Monika Wittkowsky empört. "Die Rechtsprechung dort ist zutiefst rassistisch."
Um noch mehr Menschen auf den Kampf gegen die Todesstrafe aufmerksam zu machen, haben Amnesty-Mitglieder an der Theodor-Heuss-Allee die Straßenlaternen in Galgen verwandelt. Die Aufmerksamkeit ist dringend nötig. "Zwar haben 92 Staaten die Todesstrafe abgeschafft", erklärt Amnesty-Sprecherin Wittkowsky. Dennoch lebten immer noch gut zwei Drittel der Weltbevölkerung in Ländern, in denen Menschen zum Tode verurteilt und hingerichtet würden.
Weitere Informationen zur Aktion und zur Todesstrafe allgemein gibt es auf der Internetseite www.schauen-sie-nicht-weg.de. Dort kann man auch die einzelnen Petitionen zum Ausdrucken und Unterschreiben finden.
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